Festangestellt ist planbar. Freelance ist wirtschaftlich.

Festangestellt ist planbar. Freelance ist wirtschaftlich.

Mann im Denim-Hemd hält Schild mit Aufschrift 'Freelancer' hoch, während vor ihm ein weiteres Schild mit 'Employee' liegt – sinnbildlicher Vergleich zwischen Freelancer und Angestellter
Immer wieder dieses Preisdumping... Auf den ersten Blick erscheinen Honorarkräfte teurer, doch oft erweisen sie sich als die kostengünstigere Option. Vollzeitbeschäftigte bringen Kosten mit sich, die über das Gehalt hinausgehen, wie beispielsweise Lohnfortzahlungen im Krankheits- und Urlaubsfall. Auch Kosten für interne Schulungen sowie für Zeiten, in denen der Mitarbeiter nicht vollständig ausgelastet ist, übernimmt Dein Unternehmen. Freelancer hingegen werden spezifisch eingesetzt und sind effizient – sie tragen die Kosten für ihre eigene Infrastruktur, Schulungen und Ausfallzeiten selbst. Zudem bringen sie keine Fixkosten mit. Daher relativiert sich der höhere Stundensatz schnell – und Du als Auftraggeber kannst richtig Geld sparen, flexibel bleiben und von Steuervorteilen profitieren. Genau das ist das Thema dieses Artikels.
Mann im Denim-Hemd hält Schild mit Aufschrift 'Freelancer' hoch, während vor ihm ein weiteres Schild mit 'Employee' liegt – sinnbildlicher Vergleich zwischen Freelancer und Angestellter
Warum 90 €/h nicht teuer sind – sondern wirtschaftlich klug

In vielen Unternehmen fällt früher oder später die Entscheidung:
Bauen wir die Marketing-Kompetenz intern weiter aus – oder holen wir uns externe Unterstützung?

Spätestens beim Honorarvergleich wird es emotional.
„90 Euro pro Stunde? Das ist ja mehr als das doppelte eines Angestelltenlohns!“ – ein häufiger Reflex.
Doch wie so oft im Business gilt: Wer nur den Preis sieht, versteht den Wert nicht.

Nachfolgend zeige ich auf, weshalb beispielsweise ein Digital Marketing-Freelancer mit 90 €/h realistisch gerechnet nicht teurer, sondern unter Umständen sogar günstiger ist als ein festangestellter Mitarbeiter – bei identischem Know-how, gleichem Zeitbudget und entsprechender Effizienz.

Entscheidend ist also nicht der einzelne Stundenpreis, sondern die betriebswirtschaftliche Gesamtbetrachtung.

Vergleich auf Augenhöhe: Die Annahmen

Um eine faire Vergleichsbasis zu schaffen, betrachten wir zwei Profile mit identischem Hintergrund – jeweils eine festangestellte und eine freiberuflich tätige Fachkraft. Die Eckdaten im Überblick:

  • Alter / Erfahrung:
    Beide sind Mitte 30 und verfügen über fundierte Expertise im Bereich Digital Marketing.
  • Arbeitszeit:
    Jeweils 35 Stunden pro Woche.
  • Verantwortungsbereich:
    Beide verantworten Digitalstrategien, Kampagnen und Marketing-Tools.
  • Remotefähigkeit:
    Ja – beide arbeiten vollständig oder überwiegend remote.
  • Fachliches Niveau:
    Senior-Level mit entsprechender Projektverantwortung.
  • Urlaubsanspruch:
    Gesetzlicher Anspruch der angestellten Fachkraft: Ø 30 Tage pro Jahr.
    Freelancer: kein Urlaubsanspruch (nicht vergütet).
  • Lohnfortzahlung im Krankheitsfall:
    Angestellte: Ø 19,7 Krankentage pro Jahr (mit Lohnfortzahlung).
    Freelancer: keine Lohnfortzahlung.
Der wahre Kostenvergleich – mit realistischen Faktoren

Für einen realistischen Vergleich der Wirtschaftlichkeit genügt es nicht, das Festgehalt einer angestellten Person dem Stundensatz eines Freelancers gegenüberzustellen. Entscheidend ist, wie viel produktive Leistung Dein Unternehmen tatsächlich für sein Geld erhält – und welche versteckten Kosten bei internen Kräften zusätzlich anfallen.

Beim Festangestellten ergibt sich der monatliche Gesamtaufwand aus mehreren Bausteinen: dem Bruttogehalt (z. B. 5.800 €), dem Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung (ca. 20 %), den laufenden Kosten für Arbeitsplatz, IT und Tools (geschätzt 500 €) sowie den anteiligen Kosten für bezahlte Abwesenheiten wie Urlaub und Krankheit. Letztere verursachen in Summe rund 1.253 € pro Monat (siehe nachfolgende Erläuterungen). Daraus ergibt sich ein realistischer Gesamtaufwand von 8.713 € pro Monat für eine Vollzeit-Fachkraft im digitalen Marketing.

Im Vergleich dazu fällt bei einem Freelancer in der Regel nur das vereinbarte Monatshonorar an – beispielsweise 12.600 € bei 90 €/Stunde für 35 Stunden pro Woche. Es entstehen keine weiteren Zusatzkosten wie Lohnfortzahlung, Sozialabgaben oder IT-Beschaffung.

Kategorie Festangestellter Externer Sparringspartner

Bruttogehalt/
Honorarbasis
(pro Monat, brutto)

5.800 €
12.600 €

AG-Anteil Sozialabgaben
(ca. 20 %)

1.160 €

Arbeitsplatz, IT, Tools

500 €

Kosten von Abwesenheitstagen

1.253 €

Festangestellter Externer Sparringspartner

Bruttogehalt/ Honorarbasis
(pro Monat, brutto)

5.800 €
12.600 €

AG-Anteil Sozialabgaben
(ca. 20 %)

1.160 €

Arbeitsplatz, IT, Tools

500 €

Kosten von Abwesenheitstagen

1.253 €

Laut Statistischem Bundesamt (2024) liegt der durchschnittliche Arbeitskostenaufwand für Arbeitgeber in Deutschland bei 43,40 €/Stunde – rund 30 % über dem EU-Durchschnitt.

Wie die FAZ berichtet, steigen die Lohnnebenkosten sogar schneller als die Löhne. Das bedeutet: Selbst wenn das Gehalt konstant bleibt, steigen die Kosten für Unternehmen weiter – etwa durch Sozialabgaben, Entgeltfortzahlung und gesetzliche Umlagen. Ein Großteil der Arbeitskosten entfällt auf nicht-produktive Zeit – Urlaub, Krankheit und interne Prozesse – für die das Unternehmen dennoch zahlt.

Allein für 49,7 bezahlte Ausfalltage im Jahr (30 Tage Urlaub, 19,7 Krankentage) entstehen real ca. 15.035 € Kosten (1.253 €/ Monat) – ohne Gegenleistung.

Doch noch entscheidender ist der Blick auf die produktiv nutzbare Arbeitszeit. Festangestellte stehen oft nur zu etwa 20–22 Stunden pro Woche für operative Projektarbeit zur Verfügung – der Rest entfällt auf interne Meetings, Teamspirit-Maßnahmen oder interne Weiterbildung. Das entspricht etwa 84–88 produktiven Stunden im Monat. Ein erfahrener Freelancer dagegen fokussiert sich auf abrechenbare Leistung und erreicht realistisch 128–132 produktive Stunden pro Monat.

Und: Der externe Sparringspartner wird alles daran setzen, diese Stunden bestmöglich zu nutzen – denn unproduktive Zeit bedeutet für ihn unmittelbaren Einnahmeverlust. Ein Aspekt, der in vielen Kostenvergleichen oft unterschätzt wird.

Kategorie Festangestellter Externer Sparringspartner

Produktiv nutzbare Stunden
(pro Monat)

88
132
Festangestellter Externer Sparringspartner

Produktiv nutzbare Stunden
(pro Monat)

88
132

Setzt man die monatlichen Gesamtkosten ins Verhältnis zur tatsächlich erbrachten Leistung, zeigt sich ein überraschendes Bild:
Die Projektkosten pro produktiver Stunde liegen beim Festangestellten zwischen 99 und 104 €, beim Freelancer – trotz höherem Stundensatz – bei lediglich 95 bis 98 €.

Kategorie Festangestellter Externer Sparringspartner

Projektkosten pro produktive Stunde

104 €
98 €
Festangestellter Externer Sparringspartner

Projektkosten pro produktive Stunde

104 €
98 €

Du siehst: Nicht der Preis pro Stunde zählt, sondern der Wert pro geleisteter Stunde. Und genau hier zeigt sich: Freelancer sind nicht nur flexibler einsetzbar und die Leistung steuerlich sofort voll absetzbar, sondern er bietet auch mehr Output bei weniger Risiko – ohne langfristige Bindung, Kündigungsaufwand oder teure Nebenkosten.

Kategorie Festangestellter Externer Sparringspartner

Steuerliche Absetzbarkeit

Eingeschränkt (Personalaufwand, nicht voll absetzbar)

100 % sofort absetzbar als Betriebsausgabe

Personalbeschaffung

zeit- und ressourcenaufwendig

zügig und kostenneutral – sofern kein externer Recruiter zwischengeschaltet ist

Kündigungsfrist

oft einige Monate
keine
Festangestellter Externer Sparringspartner

Steuerliche Absetzbarkeit

Eingeschränkt (Personalaufwand, nicht voll absetzbar)

100 % sofort absetzbar als Betriebsausgabe

Personalbeschaffung

zeit- und ressourcenaufwendig

zügig und kostenneutral – sofern kein externer Recruiter zwischen-geschaltet ist

Kündigungsfrist

oft einige Monate

keine

Fazit: Der Freelancer ist kein teurer Luxus, sondern eine wirtschaftliche Entscheidung

Ein Freelancer mit 90 €/h…

  • verursacht keine Lohnnebenkosten

  • bringt eigene Tools, Weiterbildungsbestreben und Infrastruktur mit

  • rechnet nur effektiv geleistete Stunden ab

  • ist sofort und vollständig steuerlich absetzbar

  • trägt sein eigenes Risiko bei Ausfallzeiten

Und am Ende zahlen Unternehmen pro Projektstunde kaum mehr – profitieren aber von höherer Produktivität, Flexibilität und Planungssicherheit.

Noch ein Punkt zum Thema Konditionen aus der Praxis:
Langfristige Zusammenarbeit lohnt sich oft nicht nur inhaltlich, sondern auch finanziell – für beide Seiten.

Denn je besser ein externer Partner dein Unternehmen, deine Abläufe und Ziele kennt, desto effizienter kann er arbeiten – mit weniger Abstimmung, höherer Eigenverantwortung und messbaren Ergebnissen. Gleichzeitig entsteht durch die regelmäßige Zusammenarbeit die Möglichkeit, individuelle Paketpreise zu vereinbaren.

Bleiben wir bei dem obigen Beispiel:
Ein Freelancer rechnet normalerweise mit 90 € pro Stunde ab. In einer festen, monatlichen Zusammenarbeit könnt ihr euch stattdessen auf ein Paket von z. B. 20 Stunden für 1.600 € netto einigen – das entspricht einem effektiven Stundensatz von 80 €.

Dein Vorteil: Planbarkeit, Kostenersparnis und zuverlässige Unterstützung – ohne die Fixkosten einer Festanstellung.
Der Vorteil für den Freelancer: mehr Planungssicherheit und eine stabile Auslastung.

Warum Loyalität kein Argument gegen Freelancer ist

Und falls dir jetzt das klassische Argument in den Sinn kommt: „Aber festangestellte Mitarbeitende identifizieren sich doch viel stärker mit dem Unternehmen als Externe“ – dann muss ich dich enttäuschen.
Nicht nur meine eigene Erfahrung aus vertrauensvollen Gesprächen mit internen Teams beim Auftraggeber zeigt ein anderes Bild: Auch die Daten sprechen eine klare Sprache. Laut Gallup Engagement Index 2024 fühlen sich nur noch 9 % der Beschäftigten in Deutschland emotional an ihr Unternehmen gebunden. Und laut einer repräsentativen Civey-Umfrage im Auftrag von XING E-Recruiting, über die der Spiegel berichtet, plant rund ein Drittel der Beschäftigten, innerhalb der nächsten zwölf Monate den Job zu wechseln. Bei den 18- bis 29-Jährigen liegt die Wechselabsicht sogar bei rund 60 %. Die Loyalität zu Arbeitgebern sinkt – und das über alle Branchen hinweg.

Eine junge Frau betritt lächelnd ein modernes Büro und trägt einen Karton mit persönlichen Gegenständen – symbolisch für ihren ersten Arbeitstag oder den Schritt in eine neue berufliche Phase. Im Hintergrund sitzen Kolleg:innen an Schreibtischen.
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Hinweis: Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI generiert.

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